_Magazin

​Lieber Smartphone als Fußball ​

.

Foto: Sveta Orlova / Shutterstock.com

[js] Jugendliche beschäftigen sich in ihrer Freizeit lieber mit Smartphone, Tablet und portablen Spielkonsolen als mit Sport: 10,3 Stunden Medienkonsum an Wochentagen und sogar zwölf Stunden an den Wochenenden stehen 5,1 Stunden Sport pro Woche gegenüber. Das hat eine Studie zum Zusammenhang zwischen Mediennutzung und körperlicher Aktivität ergeben.

Ein internationales Forscherteam um Prof. Sebastian Kaiser-Jovy von der Hochschule Heilbronn untersuchte dazu 391 Heranwachsende im Alter zwischen zehn und 14 Jahren in Tirol. Die Wissenschaftler bestimmten einerseits den Body-Mass-Index (BMI) und die motorischen Fähigkeiten, andererseits erfragten sie den Medienkonsum der Jugendlichen: Im Durchschnitt betätigten sich die Kinder und Jugendlichen an 4,4 Tagen der Woche sportlich. Sie waren durchschnittlich über einen Zeitraum von 5,1 Stunden aktiv. 

Im Durchschnitt verfügt jeder der Heranwachsenden über fünf bis sechs der folgenden Geräte: Fernseher, Mobiltelefon, Smartphone, Tablet, PC / Laptop, stationäre und portable Spielkonsolen, CD-Spieler, MP3-Player und Radio.

31,1 Prozent gaben an, sie könnten ohne Smartphone nicht leben. Die soziale Schicht spielt dabei keine Rolle. Die Anzahl der verfügbaren Medien ist ebenfalls unabhängig vom Alter, dem Schultyp, dem sozialen Status der Familien oder einem möglichen Migrationshintergrund.

Starker Medienkonsum, ein hoher BMI-Wert und Migrationshintergrund korrelieren negativ mit sportlichen Aktivitäten und den motorischen Fähigkeiten. Allerdings bedingen sich die Faktoren gegenseitig und können sowohl Ursache als auch Nebeneffekt sein.

Quelle

Kaiser-Jovy S, et al. 2017. Media use, sports activities, and motor fitness in childhood and adolescence. Wien. Klin. Wochenschr. 129, 13–14:464–71

​Heft 11-2017


Autor

Teilen & Feedback