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Alternativmedizin – Angst vor Missbilligung

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[js] Wie oft und aus welchen Gründen Patienten ihren Ärzten gegenüber unerwähnt lassen, dass sie zusätzlich zur konventionellen noch komplementäre Medizin nutzen, untersuchte eine Arbeitsgruppe der University of Technology in Sydney unter der Leitung von Hope Foley.

Für ihre systematische Übersicht hatten sich Foley und Kollegen 86 Studien näher angesehen, von denen sie 14 anschließend einer Meta-Analyse unterzogen. Die Offenlegungsraten für nebenher praktizierte komplementäre Medizin schwankten in den einschlägigen Studien stark: Sie lagen zwischen sieben und 80 Prozent.

Danach gefragt, weshalb sie ihren Ärzten den Einsatz von Komplementärmedizin verschwiegen, nannten die Patienten am häufigsten die Furcht vor Missbilligung. An zweiter Stelle kam die Antwort, der Arzt habe sich nicht danach erkundigt. Weitere Gründe waren die Annahme, die Offenlegung sei unerheblich; die Vermutung, dem Arzt fehle es am nötigen Wissen über Komplementärmedizin; Zeitmangel während der Konsultation; der Glaube, Komplementärmedizin sei sicher und es gebe keine Wechselwirkungen mit der konventionellen Therapie; eine unregelmäßige Anwendung zum Zeitpunkt der Konsultation; frühere Erfahrungen mit negativen Reaktionen von Ärzten.

Seitens der Ärzte scheint es Faktoren zu geben, die Patienten zur Offenlegung ermutigen. Wer von seinen Patienten für einen Arzt gehalten wird, der Komplementärmedizin akzeptiert, kann öfter damit rechnen, vom Gebrauch solcher Methoden zu erfahren.

Gleiches gilt für Ärzte, die als nicht wertend eingeschätzt werden.

Literatur

1. Foley H, et al. 2019. Disclosure of complementary medicine use to medical providers: a systematic review and meta-analysis. Sci. Rep. 9:1573

Heft 04-2019


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