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Blutflussrestriktion: Worauf kommt es an?

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Vom 4. bis 7. Juli 2018 fand in Dublin der 23. Jahreskongress des European College of Sport Science (ECSS) statt. Knapp 3.000 Teilnehmer aus 67 Ländern diskutierten vier Tage lang neue Erkenntnisse aus Training und Therapie. Der Sportwissenschaftler Dr. Jan Wilke von der Goethe-Universität Frankfurt fasst einige der interessantesten Beiträge für Sie zusammen.

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Blood-Flow-Restriction-Training (BFR), das gezielte Abbinden der Extremitäten mit dem Ziel der Durchblutungsminderung, wird auch in Deutschland immer beliebter. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile, dass die ursprünglich aus Japan stammende Methode zu starken Hypertrophieeffekten und einer deutlichen Steigerung der Muskelproteinsynthese führt. Unklarheit herrscht allerdings meist, wenn es um die optimalen Behandlungsparameter geht. Dieses Thema griff Truls Rastaad von der Norwegian School of Sport Sciences auf.

Der Manschettendruck solle auf Basis des aktuellen Forschungsstandes bei circa 50 bis 80 Prozent des arteriellen Blutdrucks liegen. Innerhalb dieses Bereichs gebe es keine Schwankungen hinsichtlich der Trainingseffekte, Ähnliches gelte für die Manschettenbreite (fünf bis zehn Zentimeter).

Im Vergleich von BFR und Training ohne Blutflussrestriktion ergeben sich interessante Wirkunterschiede: So führt BFR distal (rumpffern) zu einer stärkeren Hypertrophie, während bei konventionellem Training eher Volumenzunahmen im proximalen (rumpfnahen) Bereich auftreten. Hinsichtlich der Mechanismen kommt es durch BFR vor allem zu einer Zunahme von Typ-1-Muskelfasern und einer verstärkten Kapillarisierung des Muskels, aber kaum zu einer Hypertrophie von Typ-2-Fasern.

 

Quelle:
Rastaad T. 2018. The effect of blood flow restricted resistance exercise performed to failure vs. submaximally on changes in rate of force development. Vortrag beim 23. Jahreskongress des ECSS, Dublin

 

pt 11-2018


Autor

Jan Wilke

Sportwissenschaftler (M. A.); wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Sportmedizin (Prof. Banzer) am Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt; Forschungsschwerpunkte: Leitung des Arbeitsbereichs Faszienforschung, Sportrehabilitation und medizinische Trainingstherapie, chronische Rückenschmerzen.

wilke@sport.uni-frankfurt.de

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