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Depression – Programm für arabischsprachige Patienten in Deutschland

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Grafik: pizzastereo / shutterstock.com

[js] Das Online-Selbsthilfeprogramm „iFightDepression“ für Patienten mit leichteren Depressionsformen hilft Betroffenen, ihre Erkrankung besser zu verstehen, und zeigt Übungen für den Alltag. Die arabische Version richtet sich vor allem an Migranten in Deutschland und soll helfen, Sprachbarrieren und Versorgungsengpässe zu überbrücken.

Psychisch erkrankte Geflüchtete haben es besonders schwer, Hilfe zu finden. Es fehlen Psychotherapeuten und Ärzte, die sie in ihrer Muttersprache behandeln können. Das Programm ist an die kognitive Verhaltenstherapie angelehnt. Durch Übungen lernen die Betroffenen zum Beispiel, den Schlaf zu regulieren und negative Gedankenkreise zu durchbrechen. Eine gesunde Lebensweise und die Stärkung der psychischen Widerstandskraft sind ebenso Bestandteil.

Hinzu kommen speziell für arabischsprachige Migranten ein Wegweiser zum Gesundheitssystem in Deutschland und Anlaufstellen bei psychischen Erkrankungen.

Eine Depression hat im arabischen Kulturkreis ein anderes Erscheinungsbild. So werden für Europäer typische Depressionssymptome wie Interessen- und Antriebslosigkeit dort anders zum Ausdruck gebracht: Es werden eher körperliche Symptome wie eine Beeinträchtigung des Schlafes, der Energie und des Körpergefühls empfunden. Patienten erleben und beschreiben dies als eine große Erschöpfung. Zudem ist es im arabischen Kulturkreis nicht angesehen, persönliche Probleme und Gefühle außerhalb der eigenen Familie preiszugeben.

Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Heft 04-2019


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