_Evidenzbasierte Therapie

Komplexes regionales Schmerzsyndrom: Ist Verhaltenstherapie oder Physiotherapie kosteneffektiver?

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Foto: ESB Professional / shutterstock.com

Therapeuten aus Maastricht verglichen im Detail die Expositionstherapie bei schmerzbedingter Angst als eine Form der Verhaltenstherapie mit schmerzabhängiger Physiotherapie. Letztere umfasst laut Leitlinienempfehlung Schmerzkontrolle und -bewältigung durch Symptomverringerung, Funktions- und Aktivitätssteigerung. Die Autoren überprüften die Kosteneffektivität der beiden aktiven Therapieansätze und setzten die Ergebnisse einer zuvor durchgeführten randomisierten Studie in Bezug zu den Gesamtkosten der ambulanten Rehabilitation (Therapie, allgemeine Kosten Gesundheitswesen, Kosten, die den Patienten und deren Familien entstehen, Arbeitsunfähigkeit). Die 38 Patienten waren durchschnittlich 44 Jahre alt und zu 84 Prozent weiblich. Sie litten im Schnitt seit mehr als fünf Jahren unter einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom Typ 1, entsprechend den Orlando-Kriterien (siehe Kasten). Ausschlusskriterien waren unter anderem unzureichende niederländische Sprachkenntnisse, Schwangerschaft, bilaterales CRPS, generalisiertes Schmerzsyndrom, Dystonie, laufende Rechtsstreitigkeit in Bezug auf die Erkrankung sowie eine schwere Psychopathologie. Ergebnisparameter waren die Lebensqualität (SF-36) und die Lebensjahre in Relation zur Gesundheit (QALY). Innerhalb von sechs Monaten wies die Expositionstherapie größere Erfolge auf (SF-36, QALY). Sie war zwar zu Beginn mit höheren Kosten verbunden, konnte jedoch alle weiteren Krankheitskosten deutlicher reduzieren als die Physiotherapie, da die Patienten schneller arbeitsfähig waren und geringere Sozialkosten verursachten. Die Sensitivitätsanalyse mit verschiedenen Parametern bestätigte den robusten Effekt und gibt Hinweise auf die Generalisierbarkeit der Ergebnisse. Diese sollten jedoch noch in weiteren Studien mit größerer Fallzahl bestätigt werden.

Quelle: Den Hollander M, et al. 2018. Exposure in vivo versus pain-contingent physical therapy in complex regional pain syndrome type 1: a cost-effectiveness analysis. Int. J. Technol. Assess. Health Care. Jul 26. [Epub ahead of print]

Link zum Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30047357

CRPS
Auf einer Konsensuskonferenz wurde 1993 in Orlando, USA, offiziell der Begriff „komplexes regionales Schmerzsyndrom“ (Complex Regional Pain Syndrome – CRPS) eingeführt. Der Grund hierfür liegt in verschiedenen pathophysiologischen Ursachen, die nicht im Namen genannt werden sollten. Unterschieden werden CRPS Typ 1, das ohne klinisch offensichtliche Nervenläsion auftritt (frühere Bezeichnung: Morbus Sudeck oder Sudeck’sche Erkrankung) und CRPS Typ 2, das sich nach einer Nervenläsion entwickeln kann (frühere Bezeichnung: Kausalgie).

Quelle: dgschmerzmedizin.de/download/schmerzmedizin/2015_4_Schmerzmedizin.pdf


 

Heft 10-2018


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pt_Redaktion

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