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Lebensstil hinterlässt Spuren im Gehirn

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[js] Forscher zeigen in einer aktuellen Studie, wie stark sich eine gesunde beziehungsweise ungesunde Lebensführung im Gehirn widerspiegelt. Es lässt sich sogar ablesen, wie stark ein Mensch in sein soziales Umfeld eingebunden ist.

Nora Bittner und Prof. Svenja Caspers vom Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin analysierten die Daten von 248 Frauen und 301 Männern im Alter von 55 bis 85 Jahren. Hierbei konnten sie sowohl auf Kernspinaufnahmen der Gehirne als auch auf einen umfangreichen Datensatz zur Lebenssituation der Probanden zurückgreifen.

„Sport, soziale Kontakte und Alkohol wirken sich nach unseren Ergebnissen direkt auf die Gehirnstruktur aus“, erklärt Nora Bittner. „Die graue Substanz in bestimmten Regionen des Gehirns ist zum Beispiel bei Menschen, die in einem regen sozialen Umfeld leben, besser erhalten […] als bei Menschen, die wenig soziale Kontakte haben.“

Auch sportlich aktive Menschen zeigen im Alter einen geringeren Volumenverlust des Gehirns als inaktive Zeitgenossen, wie weitere Studien belegen.

„Ein hoher Alkoholkonsum wirkt sich hingegen negativ auf die Gehirnstruktur aus, geht also mit einem Gehirnabbau und dem Verlust von Nervenzellen einher“, führt die Wissenschaftlerin aus.

 

Literatur

1. Bittner N, et al. 2019. Combining lifestyle risks to disentangle brain structure and functional connectivity differences in older adults.Nat. Commun. 10, 1:621

Heft 04-2019


Autor

Jörg Stanko

Physiotherapeut seit 1992; bis 2013 in verschiedenen Praxen und Krankenhäusern tätig; Schriftsteller; schreibt Romane, Kinder­bücher und Ruhrgebietskrimis; Referent für kreatives Schreiben; Vater eines Sohnes; freier pt-Autor und pt-Redakteur

stanko@pflaum.de

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