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Nachrichten-Special: Die negative Macht der Worte

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​Im September 2018 fand zum fünften Mal der internationale Kongress der Cranio Fascial Therapy Academy (CRAFTA®) in Hamburg statt. Schwerpunktthema der zweitägigen Veranstaltung waren Schmerzen und ihre Auswirkungen auf den Kopf- und Gesichtsbereich. Neben deutschsprachigen Therapeuten nahmen auch Kollegen aus 13 weiteren Ländern teil. Sarah Venhorst berichtet exklusiv für die pt.

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Foto: VH-studio / shutterstock.com

Die Aufklärung des Patienten über seinen Schmerz und die dahinterstehenden Mechanismen gehört für einen Manualtherapeuten zur täglichen Praxis.

Prof. Dr. Lorimer Moseley verdeutlichte zum Ende seiner Vortragsreihe die Wichtigkeit der Aufklärung als Behandlungsansatz und gab hilfreiche Beispiele für die Anwendung des Konzepts „Schmerzen verstehen“ in der praktischen Anwendung.

So komme es laut Prof. Moseley zu Konfliktsituationen, wenn während der Aufklärung des Patienten nicht adäquate Fachtermini verwendet werden. Äußerungen wie „Ihr Rücken ist der schlimmste, den ich je gesehen habe“ könnten sich negativ auf die Rehabilitation von Schmerzen auswirken und sollten vermieden werden.

Ein Modell, das eine einfache Anwendung in der Praxis findet, ist das der DIMs (danger in me) und SIMs (safety in me). Durch Auflisten von Aspekten, die dem Patienten ein Gefühl von Sicherheit verleihen (SIMs), können Bedrohungen, die den Schmerz verschlimmern (DIMs), gebannt werden. „Schmerzen entstehen, wenn das subjektive Gefühl der Bedrohung größer ist als das, in Sicherheit zu sein.“

Die negative Macht der Worte sollte also insbesondere im Aufklärungsgespräch vermieden werden.

 

Literatur

Moseley L, et al. 2017. Explain Pain Supercharged. Adelaide: Noigroup Publications

 

Heft 01-2019


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