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Nachrichten-Special: Rehabilitation von Körperverzerrung

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Im September 2018 fand zum fünften Mal der internationale Kongress der Cranio Fascial Therapy Academy (CRAFTA®) in Hamburg statt. Schwerpunktthema der zweitägigen Veranstaltung waren Schmerzen und ihre Auswirkungen auf den Kopf- und Gesichtsbereich. Neben deutschsprachigen Therapeuten nahmen auch Kollegen aus 13 weiteren Ländern teil. Sarah Venhorst berichtet exklusiv für die pt.

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Grafik: Yayayoyo / shutterstock.com

Diverse Studien zeigen, dass Patienten mit lange bestehenden Gesichtsschmerzen eine veränderte physische und psychosoziale Wahrnehmung besitzen. Insbesondere die Teilhabe an der Gesellschaft wird durch die Unfähigkeit, adäquat zu kommunizieren, eingeschränkt.

Klinisch wird in einer Studie von Prof. Dr. Harry von Piekartz deutlich, dass Personen mit chronischem Gesichtsschmerz weniger gut darin sind, Gesichtsausdrücke und Emotionen von anderen Personen zu erkennen. Weiter konnte in der gleichen Studie beobachtet werden, dass die Fähigkeit der Rechts-links-Erkennung (Motor-Imagery-Aufgabe) abgeschwächt war. Die Untersucher schließen daraus, dass die Bewegungsverarbeitung von Gesichtsausdrücken bei Personen mit chronischem Gesichtsschmerz auf kortikaler Ebene verzerrt ist.

Als mögliche Konsequenz aus dem Mangel an Emotionserkennung isoliert sich die betroffene Person gegenüber ihrem sozialen Umfeld. Mögliche therapeutische Ansätze könnten ein Training der Lateralitätserkennung, sensorisches Training oder Spiegeltherapie sein.

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Von Piekartz H. 2016. Langwierige Gesichtsdysfunktionen und Schmerzen behandeln. Z. f. Physiotherapeuten 68, 6:59–61

Literatur

Von Piekartz H, et al. 2015. People with chronic facial pain perform worse than controls at a facial emotion recognition task, but it is not all about the emotion. J. Oral Rehabil. 42, 4:243–50

Heft 01-2019


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