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Nachrichten-Special: Schneller auf dem Berg

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Rund 1.000 Teilnehmer konnten sich im Mai beim Deutschen Olympischen Sportärztekongress in Hamburg über die neuesten Erkenntnisse aus der bewegungsbezogenen Forschung austauschen. Die Konferenz wurde von der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) und der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS) organisiert. Der Sportwissenschaftler Dr. Jan Wilke fasst einige der Vorträge für Sie zusammen.

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Seit vielen Jahren bereiten sich Spitzenathleten unter Hypoxiebedingungen auf Wettkämpfe vor. Insbesondere wird angenommen, dass das Training in größeren Höhen zu einer vermehrten Produktion roter Blutkörperchen (Erythropoese) führt. Bisher wurde dabei meist empfohlen, mit eher moderaten Trainingsintensitäten zu arbeiten. Diesbezüglich könnte jedoch ein Paradigmenwechsel bevorstehen: Grégoire Millet von der Universität Lausanne (Schweiz) stellte in seinem Vortrag neue Trends im Hypoxietraining vor. Ein ergometerbasiertes Repeated-Sprint-Training mit hochintensiven Intervallen führe in der Höhe gegenüber einem identischen Training unter Normalbedingungen zu einer deutlich größeren Steigerung der Ermüdungswiderstandsfähigkeit.

Dies ist insbesondere für Sportarten von Bedeutung, die durch zahlreiche Antritte und Spurts charakterisiert sind – zum Beispiel Basketball. Noch effektiver scheint das Training für die obere Extremität zu sein: Bei Skifahrern ergab sich ein noch größerer Zuwachs. Grund hierfür, so vermutet Millet, ist der höhere Anteil an schnell kontrahierenden Muskelfasern in den Armen. In Hinblick auf die Belastungsparameter empfiehlt Millet für ein Repeated-Sprint-Training unter Hypoxiebedingungen die Durchführung von drei Serien mit je fünf zehnsekündigen Sprints.

Literatur: Fornasier-Santos C, et al. 2018. Repeated-sprint training in hypoxia induced by voluntary hypoventilation improves running repeated-sprint ability in rugby players. Eur. J. Sports Sci. 18:504–12

Heft 09-2018


Autor

Jan Wilke

Sportwissenschaftler (M. A.); wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Sportmedizin (Prof. Banzer) am Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt; Forschungsschwerpunkte: Leitung des Arbeitsbereichs Faszienforschung, Sportrehabilitation und medizinische Trainingstherapie, chronische Rückenschmerzen.

wilke@sport.uni-frankfurt.de

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