_Evidenzbasierte Therapie

Sollten alle Patienten nach TIA oder Schlaganfall an einem Übungs- und Edukationsprogramm teilnehmen?

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Ja – denn wenn Patienten nach einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) oder einem kleinen Schlaganfall an einem Übungsprogramm mit Edukation teilnehmen, können sie ihre kardiovaskulären Krankheitsrisiken minimieren. Den Langzeiteffekt eines solchen achtwöchigen Programms direkt nach der TIA (ABCD-Score ≥ 2) oder dem Hirninfarkt (National Institutes of Health Stroke Scale -NIHSS ≤ 5) untersuchte ein Forscherteam aus Großbritannien, den USA und Neuseeland bei 60 Patienten (n = 31 männlich; 61 bis 81 Jahre alt). Ausgeschlossen wurden unter anderem Patienten mit instabilen kardialen Risiken, unkontrolliertem Diabetes mellitus, starkem Gefäßverschluss und schwerer Demenz. Nach ungefähr 3,5 Jahren wurden die klinischen Ergebnisse und Kosten ermittelt.

Die Patienten (n = 30), die am Übungs-Edukations-Programm teilgenommen hatten, waren nach 3,5 Jahren deutlich weniger von TIAs oder Schlaganfällen betroffen als eine vergleichbare Kontrollgruppe mit ausschließlicher Medikation (n = 3 vs. n = 13). In der Interventionsgruppe war im Zeitraum kein Patient verstorben, in der Kontrollgruppe dagegen vier. Die Teilnehmer hatten auch tendenziell weniger folgende Krankenhausaufenthalte (n = 48 vs. n = 102). Demnach war das Übungs-Edukations-Programm langfris- tig kostengünstiger und erfolgreicher als die übliche pharmakologische Behandlung. Leider wird das durchgeführte Programm im Volltext nicht beschrieben. Den Autoren zufolge verdeutlichen die Ergebnisse den Vorteil von sekundärer Prävention für die Patienten und die Gesundheitswirtschaft.

Quelle: Faulkner J, et al. 2017. Long-term effect of participation in an early exercise and education program on clinical outcomes and cost implications, in patients with TIA and minor, non-disabling stroke. Transl. Stroke Res. 8, 3:220–7

Link zum Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27844274

Heft 8-2017


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