_Evidenzbasierte Therapie

Wie effektiv ist ein internetbasiertes Training zur Verbesserung des Schmerz-Copings bei Hüftarthrose?

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Foto: Maxx-Studio / shutterstock.com

Eine Studie zu dieser Fragestellung kommt aus Australien. Die Forscher schlossen 144 Patienten mit Hüftarthrose in ihre Studie ein. Die Patienten mussten seit mehr als drei Monaten häufig an Hüftschmerzen leiden (> 4 / 10 Punkte auf der Numerischen Schmerzskala beim Gehen), älter als 50 Jahre sein, Internetzugang haben, in der Lage sein, zur Physiotherapiepraxis zu kommen, und mit der Studiendauer von zwölf Monaten einverstanden sein. Zu den Ausschlusskriterien gehörten unter anderem der (geplante) Einsatz einer Hüft-TEP, die Einnahme von Kortikosteroiden in den letzten drei Monaten, systemische Gelenkerkrankungen sowie eine vorangegangene Verhaltenstherapie aufgrund von Schmerzen in den letzten zwölf Monaten.

Die Patienten wurden per Zufall einer von zwei Gruppen zugeteilt. Die Interventionsgruppe erhielt in den ersten acht Wochen ein internetbasiertes Training zur Verbesserung des Schmerz-Copings (Informationen der Organisation Arthritis Australia zum Krankheitsbild und dessen Management plus verschiedene Module, unter anderem zu Muskelrelaxation, kognitiver Restrukturierung, Ablenkungstechniken und Problemlösung). Die Kontrollgruppe bekam lediglich die Online-Beratung mit Informationen von Arthritis Australia. Danach absolvierten beide Gruppen bis zur 24. Woche insgesamt fünf 30-minütige Einzeltermine beim Physiotherapeuten (circa alle drei Wochen) zur Anleitung eines Heimübungsprogramms mit Kräftigung vor allem für den M. quadriceps und die Hüftabduktoren sowie Übungen zur Verbesserung der Hüftbeweglichkeit.

Untersucht wurden die Patienten vor Beginn der Studie sowie nach acht, 24 und 52 Wochen. Primäre Zielkriterien waren die Schmerzintensität beim Gehen (Visuelle Analogskala – VAS) sowie die Funktionsfähigkeit (Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index – WOMAC) nach 24 Wochen. Sekundäre Zielkriterien waren unter anderem Lebensqualität, Selbstwirksamkeit, Schmerz-Coping, Katastrophisierung und Depression. Die Daten von 95 Prozent (n = 137) der Teilnehmer konnten nach acht Wochen ausgewertet werden, im Verlauf reduzierte sich die Anzahl jedoch auf 131 beziehungsweise 127 Patienten für die weiteren Messzeitpunkte.

Nach acht Wochen waren hinsichtlich Funktionsfähigkeit, Schmerz-Coping und genereller Verbesserung größere Effekte in der Interventionsgruppe messbar. Nach 24 Wochen gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf die Schmerzintensität beim Gehen oder die Funktionsfähigkeit. Beide Gruppen zeigten vergleichbare und klinisch relevante Verbesserungen.

Die Autoren schlussfolgern, dass ein internetbasiertes Training zur Verbesserung des Schmerz-Copings zwar kurzfristig wirksam ist, aber keinen zusätzlichen Nutzen im Rahmen eines weiterführenden Übungsprogramms aufweist.

Quelle: Bennell KL, et al. 2018. Effects of internet-based pain coping skills training prior to home exercise for individuals with hip osteoarthritis (HOPE trial): a randomised controlled trial. Pain. May 22. [Epub ahead of print]

Link zum Abstract: www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29794609

Surftipp
Arthritis Australia:

www.arthritisaustralia.com.au

 

 

 

Heft 08-2018


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