[js] „Im Sommer 2018 beschloss die IKK classic bereits geprüfte und bezahlte Verordnungen von Physiotherapeut*innen erneut unter die Lupe zu nehmen. Schuld sei ein Softwareproblem im Abrechnungszentrum Emmendingen gewesen, was dieses Vorgehen nötig gemacht habe. Ungefähr ein Jahr lang bekamen Praxen nun Briefe vom AZ Emmendingen mit Rückforderungen für bereits erbrachte Leistungen am Patienten, viele davon waren unbegründet“, so Vereinte Therapeuten in einer Pressemitteilung vom 24. November.

„Ihr raubt uns den Schlaf“

Dieses Vorgehen führte dazu, daß sich Praxisinhaber zu Mahnwachen vor diversen IKK classic Niederlassungen zusammenfanden. Am 21. November wiesen sie in Karlsruhe auf die Situation hin. „Ihr raubt uns den Schlaf“ war auf vielen Schildern zu lesen, die von Therapeuten in Bademänteln mitgebracht worden waren. Nachmittags wurde Lörrach aktiv. In weißen Nachthemden hatten sich Therapeuten am Eingang der Krankenkasse postiert, während drinnen die jährliche Weihnachtsfeier begangen wurde.

Die Zulassung behalten?

Die Teilnehmer beider Mahnwachen wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft von Mitarbeitern der Krankenkasse begrüßt, so VT weiter. Über eine Stunde trotzten sie gemeinsam der Kälte und „hörten sich die Probleme der Therapeuten an.“ Vieles von dem, was vorgetragen wurde, war den Krankenkassenmitarbeitern „nicht in dem Ausmaß bekannt, anderes wurde hitzig diskutiert“, schreibt VT.

„Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich nächstes Jahr meine IKK-Zulassung behalten werde“, konfrontierte die Physiotherapeutin Modesta Kriebel die IKK-Mitarbeiter in einer Mischung aus Ärger und Entschlossenheit.

VT kündigen weitere Proteste an: „Da die IKK classic derzeit nicht bereit ist von ihren Rückforderungen abzusehen, heißt es für den Süden weiterhin am Ball zu bleiben.“

 

Quelle: Vereinte Therapeuten. 2019.Rückforderungen der IKK classic bedrohen Existenz von Baden-Württembergs Physiotherapeutinnen. Pressemitteilung vom 24.11.2019

Lesen Sie auch: Absetzungswelle der IKK classic. Was tun?