Ja, zu diesem Schluss kommen Forscher aus Italien. An ihrer longitudinalen, multizentrischen Studie nahmen insgesamt 293 Jugendliche mit adoleszenter idiopathischer Skoliose teil (Risser-Zeichen null bis zwei, Cobb-Winkel elf bis 20 Grad). 145 Probanden bildeten die Gruppe mit spezifischen Übungen, basierend auf dem SEAS-Ansatz (Scientific Exercise Approach to Scoliosis), 95 erhielten übliche Physiotherapie und 53 dienten als Kontrollgruppe ohne Therapie. Ausgeschlossen wurden Jugendliche, die bereits mit Korsett versorgt waren. Die Intervention galt als beendet, wenn die ärztliche Entlassung erfolgte, ein Risser-Zeichen von drei vorlag oder die Therapie versagt hatte (Cobb-Winkel ≥ 29 Grad oder notwendige Korsettversorgung vor Abschluss des Wachstums). Die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges war bei den Jugendlichen mit den skoliosespezifischen Übungen 1,7-mal höher als bei den Kontrollpersonen.