Physiotherapie ist wichtig bei amyotropher Lateralsklerose (ALS) – zum Beispiel, um die Muskelkraft so lange wie möglich zu erhalten. Wie aber denken Betroffene über Physiotherapie, insbesondere, wenn die Symptome sich im Krankheitsverlauf verschlechtern? Diese Frage untersuchten Wissenschaftler der Charité Berlin in dieser prospektiven, longitudinalen Studie. Sie inkludierten 45 Patienten des ALS Center in Berlin, 27 von ihnen nahmen dann tatsächlich teil. Auf einer Online-Plattform dokumentierten die Patienten selbst die Progression ihrer Krankheit mithilfe der ALS Functional Rating Scale-Revised (ALSFRS-R). Die Effektivität der Physiotherapie wurde mit dem Tool Measure Yourself Medical Outcome Profile (MYMOP) beurteilt. Teilnehmer gaben mit dem Net Promoter Score (NPS) an, ob sie Physiotherapie anderen Betroffenen weiterempfehlen würden. Die Patienten erhielten durchschnittlich rund drei Therapieeinheiten pro Woche. Die Symptome traten überwiegend in den Beinen (62,2 Prozent) und Armen (31,1 Prozent) auf, seltener am Rumpf (6,7 Prozent). Am Ende des Beobachtungszeitraumes hatten sich die Patienten um drei Punkte im ALSFRS-R verschlechtert. Trotz der Verschlechterung, die bei einer progressiven Erkrankung zu erwarten ist, empfahlen die Patienten Physiotherapie im Verlauf noch mehr als am Anfang (20 NPS-Punkte zu Beginn, 50 am Ende).