Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) leiden unter vielfältigen Symptomen. Im Vordergrund stehen Paresen, Muskelschwund, Steifigkeit und Lähmungen. Aber auch Probleme beim Sprechen, Kauen oder Schlucken sind häufig. Diese Patienten brauchen ein interdisziplinäres Team, in dem auch die Physiotherapie ihre festen Aufgaben hat.

Ursache oft unbekannt

Bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) handelt es sich um eine Erkrankung des motorischen Nervensystems. Die ALS ist klinisch vorwiegend charakterisiert durch Zeichen der fortschreitenden Degeneration sowohl des ersten als auch des zweiten motorischen Neurons.

Bereits 1837 identifizierte Jean Martin Charcot das zentrale und periphere motorische Nervensystem als einen wesentlichen Manifestationsort der Erkrankung. Noch heute wird der Begriff „Charcot-Erkrankung“ synonym für ALS verwendet – vor allem in Frankreich. In den USA ist auch die Bezeichnung „Lou-Gehring-Disease“ geläufig. Die ALS kommt weltweit vor, die Inzidenz liegt zwischen 1,4 und drei Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner. In Europa ist die Inzidenz homogen (1). In den USA gibt es diesbezüglich Variationen – die Inzidenz bei weißen Amerikanern ist höher als zum Beispiel bei Afroamerikanern (2). In China zeigt sich möglicherweise eine geringere Inzidenz und Prävalenz von ALS, ein jüngeres Erkrankungsalter und ein geringerer Anteil familiärer ALS-Fälle als bei kaukasischen Bevölkerungsgruppen (3).