Durch motorische und sensible Funktionseinschränkungen stellt das Gehen nach einem Schlaganfall für die Patienten oftmals eine besondere Herausforderung dar und ist geprägt von Unsicherheiten und einer erhöhten Sturzgefahr. Damit einhergehend entsteht eine Limitation in den Bereichen Selbstständigkeit, Aktivität und Partizipation. Um beim Gehen mehr Sicherheit zu haben und dies auch alleine bewerkstelligen zu können, gibt es die Möglichkeit der Fuß- und Beinorthesen.

Praxisbeispiel: Klinikinterne Orthesenversorgung

Die Rehabilitation der Gehfähigkeit ist ein häufig geäußerter Wunsch der Patienten (1-3). Die Versorgung mit Orthesen für die untere Extremität findet in unserer Klinik durch ein speziell eingerichtetes Team statt. Das Schienenteam, das sich aus eigens dafür geschulten Physiotherapeuten und Orthopädietechnikern kooperierender Sanitätshäuser zusammensetzt, steht den Patienten auf Anfrage der behandelnden Ärzte und Physiotherapeuten zur Seite. Unsere Einrichtung ist eine Klinik für Neurorehabilitation, Frührehabilitation und Akutneurologie. Initial wird das Gangbild des Patienten visuell bewertet und bei Versorgungsbedarf direkt der Einfluss von verschiedenen Orthesen auf das Gehen untersucht. Sehr hilfreich erweist sich die Verfügbarkeit von Leihorthesen: Besonders zur anfänglichen Therapieerleichterung und wenn das Rehabilitationspotential des Patienten unklar ist, werden Orthesen (meist Peronaeusschienen) zunächst vorübergehend während der Rehabilitation zur Verfügung gestellt. Bei Bedarf werden diese jedoch auch erst später verordnet. Zum Beispiel im Fall einer anhaltenden Fußheberschwäche bei ansonsten unabhängiger Gehfähigkeit. Zu beachten sind bei jeder Orthesenverordnung die individuellen Voraussetzungen des Patienten: Diese reichen von der prognostischen Entwicklung über aktuelle Kraftwerte, Fuß- und Beinbeschaffenheit, Schuhbereitstellung, sowie Wille und Akzeptanz gegenüber der Orthese. Denn, so groß der Nutzen einer Orthese auch sein kann, so gering ist er, wenn das Hilfsmittel Schmerzen bereitet, unpraktisch in der Handhabung ist oder anderweitig Missfallen erregt.