Therapie
pt November 2022

Anwendungsgebiete der Neuroathletik

Über Migräne, mentale Gesundheit und Resilienz

Alexander Zverev wippt hoch und runter, während er seinen Daumen mit dem Kopf verfolgt, den er nach links dreht. Gina Lückenkemper leckt an einer Batterie. Neuroathletik ist im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Auf den ersten Blick erscheinen solche Maßnahmen eher skurril – denn was sollen die Zunge und eine Blickfolge mit der Vorbereitung auf athletische Höchstleistungen zu tun haben?

Ein Beitrag von Hady Daboul
Lesezeit: ca. 8 Minuten
Ilya Lukichev /shutterstock.com

Es gibt zum Beispiel eine Pilotstudie zum Beitrag der Zungenposition auf Kraftentwicklung, die überraschende Ergebnisse zeigte. Dabei wurde, je nach Zungenposition, eine Kraftdifferenz von bis zu 30 Prozent in einem isokinetischen Test für die Kniebeugemuskulatur festgestellt (1). Zudem ist bekannt, dass unser Gleichgewichtsorgan, welches sich durch Augenfolge- und Wippbewegungen stimulieren lässt, maßgeblich an der reflexiven Stabilität unseres Körpers beteiligt ist (2). Was also sind die genauen Zusammenhänge und wie werden die Methoden in der Rehabilitation von Schmerzproblematiken angewandt?

Im Kontext der Neuroathletik erfolgt eine hirnbasierte Betrachtungsweise auf Bewegung und Schmerz. Letztlich ist unser Gehirn für die Bewegungsentstehung und das Schmerzempfinden verantwortlich. Denn wollen wir unsere Hand bewegen, um nach einer Tasse Kaffee zu greifen, führt unsere Muskulatur aus, was unser Gehirn befiehlt. Das Nervensystem kontrolliert und überwacht, wie wir uns bewegen und korrigiert notfalls den Bewegungsplan. So können wir unsere Tasse zum Beispiel noch vor dem Umkippen auffangen, sollten wir morgens einmal daneben greifen. Doch bevor Bewegung entsteht, muss unser Gehirn einiges an Arbeit leisten.

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