Politik
pt Januar 2021

App auf Rezept: Freund oder Feind?

Seit Kurzem ist die Verordnung von digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) möglich. Grundsätzlich ist der Einsatz von digitalen Innovationen als Ergänzung beziehungsweise Unterstützung im Therapieprozess zu begrüßen. Die aktuellen Entwicklungen zum Einsatz von Apps ohne physiotherapeutische Begleitung in der Praxis stimmen allerdings nachdenklich.

Ein Kommentar von Birgit Müller-Winkler
Lesezeit: ca. 3 Minuten
Syda Productions / Shutterstock.com

Aktuell beinhaltet das Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) fünf Apps, die verordnet werden können und deren Kosten von den Krankenkassen übernommen werden (1). Weitere Anwendungen befinden sich im Aufnahmeverfahren. Ende Oktober 2020 dokumentierte das BfArM 21 Anträge zur vorläufigen Aufnahme und damit Erprobung über zwölf Monate, 16 Anbieter beantragten die dauerhafte Aufnahme. Der Markt wächst also stetig. Aber ist das in dieser Form sinnvoll und medizinisch vertretbar?

App ohne Rezept?

Bedenklich ist auch, dass Versicherte, die ihrer Krankenkasse einen Nachweis über die entsprechende Indikation vorlegen, die DiGA gegebenenfalls auch ohne ärztliche Verordnung bekommen. Der Leitfaden für Hersteller, Leistungserbringer und Anwender (2) führt zwar ein Beispiel auf, wie eine App als ergänzende Maßnahme zur Physiotherapie zum Einsatz kommen kann, doch in der Umsetzung ist das nicht unbedingt immer vorgesehen. Im Leitfaden findet sich auf Seite 8 folgende Formulierung:

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pt Januar 2021

Erschienen am 12. Januar 2021