Neue Medien dürfen kein Instrument sein, um therapeutische Behandlungen zu unterlaufen.

Manche Apps versetzen Patienten in die Lage, Therapie eigenmotiviert zu machen, anstatt durch ausgebildete Fachkräfte die fachlich vorgegebene, richtige Behandlung für sich anzuwenden – künstlich intelligente Maschinen geben Therapiepläne vor und Roboter-Avatare werten Ergebnisse aus. Dies ist das größte Risiko für die Qualität des Gesundheitswesens der Zukunft. 

Nach meiner Ansicht ist die „kurative Supervision“ (1) durch den ausgebildeten medizinischen Fachmann der wichtigste Garant für die Qualität in der (digitalen) medizinischen Versorgung. Lifestyle-Apps sind keine kurative Versorgung und kein Ersatz für Arzt und Therapeut. Sie haben in der vergüteten Regelversorgung des Sozialsystems nichts verloren.