Freier Zugang zu sämtlichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen – ein vielversprechender Ansatz, der für Leser und Autoren großartig klingt, jedoch ein besonderes Risiko birgt: Raubtierverlage machen sich dieses Geschäftsmodell zunutze und korrumpieren damit die Idee des ehrlichen Open Access. Insbesondere Nachwuchswissenschaftler werden häufig Opfer von unseriösen Publikationsangeboten.

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Die Betreffzeile der E-Mail in meinem Postfach klingt verlockend: „Hohe Sichtbarkeit und schnelle Veröffentlichung“. Die Absenderin, eine Frau Hellen X., stellt sich als Verlagsassistentin für die Fachzeitschrift „Open Journal of Nursing“ des SCIRP-Verlags vor, spricht mich mit vollem Namen an und erwähnt zahlreiche Zitationen ihres Journals auf Google Scholar. Sie lädt mich ein, bis zum 12. April einen Artikel für die Spezialausgabe zum Thema „Doctor-Patient Relationship“ einzureichen, und gibt eine Kontaktadresse in Kalifornien, USA, an.