[jr] Studien haben nahegelegt, dass chronische Erkrankungen wie Asthma die schulischen Leistungen von Kindern massiv beeinträchtigen können. Dem sind deutsche Forscher nachgegangen. Sie haben im Jahr 2015 alle Vorschulkinder auf chronische Erkrankungen untersucht. Durchgeführt wurde die Untersuchung mittels eines Fragebogens, den die Eltern ausfüllten, sowie durch medizinische Daten aus der Gesundheitsuntersuchung vor der Einschulung. Als besondere gesundheitliche Bedürfnisse definierten die Forscher, wenn Kinder verschreibungspflichtige Medikamente brauchten, soziale oder pädagogische Unterstützung benötigten, funktionale Einschränkungen hatten, Physio-, Ergo- oder Sprachtherapie erhielten oder psychische Probleme hatten. Am Ende des Schuljahres wurde von den Lehrern eine Bewertung der Leistung im Schuljahr auf einer Skala von -5 bis 5 vorgenommen. Die Eltern der teilnehmenden Kinder wurden außerdem zu verschiedenen Aspekten der Gesundheit und der Lebensumstände der Kinder befragt, beispielsweise, ob im Haushalt geraucht wird, wie lange das Kind gestillt wurde oder wie oft das Kind draußen spielt. Im Vergleich zu Kindern ohne chronische Erkrankung schnitten Kinder mit besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen (15 Prozent) schlechter in der Schule ab. Kinder hingegen, bei denen zwar eine ärztliche Diagnose einer chronischen Erkrankung vorlag, die aber keine besonderen gesundheitlichen Bedürfnisse hatten (37 Prozent), schnitten nicht schlechter ab als Kinder ohne chronische Erkrankung. Kinder mit Asthma, die regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen, können zur ersten Gruppe gehören.

Quelle: Hoffmann I, Diefenbach C, Gräf C, et al. 2018. Chronic health conditions and school performance in first graders: A prospective cohort study. PLoS One 13, 3 Volltext frei