Was sind diskussionswürdige Aspekte im aktuellen politischen Handeln? Und welche primär rechtlich bedingten Dissonanzen gibt es derzeit im Rahmen der bisherigen Ausbildung von Physiotherapeuten? Wichtig ist nun der Blick auf die Kompetenzentwicklung – zum einen im theoretischen und praktischen Unterricht in der Schule für Physiotherapie und zum anderen in der praktischen Ausbildung von Physiotherapeuten in Gesundheitseinrichtungen.

Einheitliche Zukunft braucht einheitliche Ausbildung an der Hochschule

Seit einigen Monaten stehen die Gesundheitsberufe besonders im Blickpunkt der Politik, beispielsweise aufgrund der Vermeidung beziehungsweise Reduzierung des Fachkräftemangels sowie der Attraktivitätssteigerung des Berufes. Die aktuellen politischen Weichenstellungen – Schulgeldfreiheit, Ausbildungsvergütung, Loslösung von der Grundlohnsummenbindung et cetera – zielen primär darauf ab, zukünftig eine ausreichende Anzahl an Physiotherapeuten vorzuweisen. Diese eher „quantitativ“ ausgerichteten politischen Maßnahmen führen nicht dazu, bei Physiotherapeuten jene notwendige Entwicklung von Kompetenzen zu unterstützen, die demnächst von ihnen unisono eingefordert werden. Die allen Physiotherapeuten bevorstehende berufliche Anforderungsstruktur im deutschen Gesundheitsmarkt ist ganz offensichtlich durch Komplexität in den Problemstellungen, durch häufige Veränderungen der Aufgaben im interprofessionellen Team und durch grundsätzlichen, stetigen beruflichen Wandel gekennzeichnet. Daraus kann eigentlich nur eine Schlussfolgerung gezogen werden: Wenn dies die Zukunft ist und Physiotherapeuten darauf vorbereitet werden sollen, dann ist nur die Ausbildung an Hochschulen auf DQR-Niveau sechs mit ihrem Kompetenzziel das Mittel der ersten Wahl.