Gleichgewichtsstörungen sind ein häufiges Problem bei vielen Krankheitsbildern – insbesondere in der Neurologie, aber auch in der Geriatrie oder inneren Medizin. Ein neuer Test beruht auf der System’s Theory of Motor Control und ermöglicht es, beeinträchtigte Systeme innerhalb der Balancekontrolle zu identifizieren.

Ziel des Tests

Obwohl es bereits zahlreiche standardisierte Tests (Assessments) zur Erfassung der Balance gibt, entwickelte die Physiotherapeutin Dr. Fay Horak einen weiteren Test – den Balance-Evaluation-Systems-Test (BESTest) (1). Neu daran sind nicht die enthaltenen Aufgaben (Test-Items) an sich, sondern deren Auswahl und Zusammenstellung, die auf der System’s Theory of Motor Control beruhen. Diese Theorie, bereits um 1930 vom russischen Neurophysiologen Nikolai Bernstein entwickelt, geht davon aus, dass unterschiedliche Systeme – zum Beispiel Kraft und sensorische Orientierung – in der Balancekontrolle zusammenspielen. Ziel des Tests ist damit nicht nur, das Sturzrisiko einzuschätzen oder festzustellen, ob ein Balanceproblem vorhanden ist, sondern beeinträchtigte Systeme innerhalb der Balancekontrolle zu identifizieren – hierin liegt der klinische Mehrwert des Tests. Seine Ergebnisse ermöglichen somit, die Therapie spezifisch auf beeinträchtige Systeme zu konzentrieren.