Redaktioneller Beitrag
pt November 2016

Bandscheibenvorfall HWS: Ist eine Prognose möglich?

Das McKenzie-Konzept "Mechanische Diagnose und Therapie" (MDT) ist ein gut erforschtes Diagnose- und Therapiekonzept. Der Autor ist Senior Instructor des McKenzie Institute International und stellt anhand von zwei Fallbeispielen dar, inwiefern das Zentralisationsphänomen für die Vorhersage eines guten Therapieresultats eine Rolle spielt.

Ein Beitrag von Reto Genucchi

Lesezeit: ca. 11 Minuten

Zwei Fallbeispiele

Viele wissenschaftliche Studien untersuchten das McKenzie-Konzept bereits auf seine diagnostische, therapeutische und prognostische Stärke und bestätigten dessen hohe Reliabilität und Kosteneffizienz (1–12).

FallbeispielAnna

Patientenaufnahme und erste Behandlung

Anna ist eine 50-jährige Übersetzerin und betreibt seit einem Jahr Yoga. Vor drei Wochen verspürte sie beim Schulterstand – einer Yogaübung, die eine starke HWS-Flexion erfordert – einen stechenden Schmerz im rechten Nackenbereich. In den folgenden Tagen strahlte dieser zunehmend in den Ober- und Unterarm aus. Nach einer Woche entstand ein Taubheitsgefühl im Daumen. Die Symptome waren konstant und stark (VAS 7 / 10). Zudem zeigte sich im Arm ein subjektives Schwächegefühl. Nach Angabe der Patientin verschlechterten sich die Schmerzen bei Flexions- und Rotationsbewegungen sowie auch nach 20-minütigem Sitzen. Anna fiel auf, dass auch Husten und Niesen die Schmerzen verstärkten. Nur die Rückenlage mit unterstütztem Oberarm auf einem Kissen und dem Unterarm auf dem Bauch verschaffte ihr etwas Erleichterung. In der Magnetresonanztomografie (MRT) zeigte sich ein Bandscheibenvorfall auf Höhe C6 / 7. Der Arzt riet ihr deshalb zu einer transforaminalen Injektion, die Anna jedoch ablehnte; also verordnete er ihr stattdessen Physiotherapie.

Klinische Untersuchung

Die neurologischen Tests zeigen eine Schwäche des M. biceps (MFT 3 / 5) und eine verminderte Sensibilität des rechten Daumens. Der ULNT1 (Upper-Limb-Neurodynamic-Test 1) ist bei 90 Grad Ellenbogenflexion deutlich eingeschränkt. Die aktive Beweglichkeit in Retraktion (RET), Extension (EXT), Rotation (ROT) und Lateroflexion (LF) nach rechts ist ebenfalls deutlich eingeschränkt (Abb. 1–4).

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pt November 2016

Erschienen am 07. November 2016