Durch das Laufen verursachte muskuloskelettale Probleme sind häufige Beschwerden in der Praxis, und sie werden einfach nicht weniger. Umso verständlicher, dass sich eine kleine Revolution anbahnte, als vor etwa 15 Jahren eine neue These die Runde machte: Der Mensch ist evolutionär zum barfüßigen Dauerlauf geschaffen; Schuhe sollten in den Ruhestand.

Trend Barfußlaufen

Der Paläoanthropologe Daniel Lieberman forscht in Boston (USA) an uralten Skeletten, er vergleicht moderne Füße mit denen unserer Vorfahren. Seit seinen Pionierarbeiten rund um das Laufen (1, 2) wuchs das Interesse vieler Sportler, die Schuhe an den Nagel zu hängen. Der 2009 publizierte Bestseller „Born to run“ von Christopher McDougalls verstärkte den Enthusiasmus rund um das Barfußlaufen. Der Trend war ab diesem Zeitpunkt unaufhaltbar, Barfußläufer wurden immer öfter in Parks und auf der Straße gesichtet, viele in der Hoffnung, Verletzungen durch den neuen Laufstil zu reduzieren. Fabrikanten von minimalistischen Schuhen freuten sich besonders über den Umsatz. Heute nun bleibt die Frage, was übrig ist von der Begeisterung – und ob es sich weiterhin lohnt, auf Dämpfung und Komfort eines Schuhs zu verzichten.