Frau Nori freut sich auf ihren ersten Physiotherapietermin, denn sie leidet seit langer Zeit unter Rückenschmerzen. Der Arzt verordnete Krankengymnastik, sie erhofft sich jedoch eine Massage. Nach der Therapie ist sie sehr frustriert: Sie erhielt keine Massage und war nach 15 Minuten fertig. Das soll Physiotherapie sein? Der Therapeut hat doch gar nicht behandelt, sondern nur mit ihr geredet und sie untersucht!

Der Physiotherapeut von Frau Nori hielt sich an die gesetzlichen Regelungen: In der Mindestbehandlungszeit von 15 Minuten Krankengymnastik führte er die Anamnese und Befunderhebung durch, außerdem plante er die Therapie. Er unternahm in der kurzen Zeit sogar eine Edukation im Sinne der Leitlinien und wies die Patientin auf die Bedeutung von Bewegung und Aktivität hin. Die Dokumentation erledigte er, nachdem Frau Nori gegangen war.

Der Therapeut hat zwar viel richtig gemacht, aber offensichtlich zu wenig informiert. Das Problem ist vielschichtig: Die Patientin hatte eine ganz andere Erwartung an die Therapie und wusste nicht, was alles zur physiotherapeutischen Behandlungszeit gehört. Von der Dokumentation bekam sie gleich gar nichts mit – diese hätte der Therapeut auch in ihrem Beisein erledigen können. Dann wäre sie vielleicht sogar davon beeindruckt gewesen.