[jr] Bei chronischen Kreuzschmerzen kann ein patientenspezifisches motorisches Training, das schmerzhafte durch schmerzfreie Bewegungen ersetzt, die funktionellen Einschränkungen besser lindern als reines Kraft- und Bewegungstraining. Das ist das Ergebnis einer kleinen US-amerikanischen Vergleichsstudie. Der Nutzen des funktionsorientierten Trainings zeigte sich in der Studie sogar noch nach einem Jahr. Kraft- und Flexibilitätstraining (KFT) zielt darauf, sämtliche Muskeln und Gelenke zu stärken, die an Bewegungen der Wirbelsäule beteiligt sind. Beim patientenspezifischen motorischen Training (PMT) werden hingegen Alternativen zu schmerzhaften Bewegungen geübt, um so vor allem die Alltagsfunktion zu verbessern. Dabei wird zunächst geprüft, welche Funktionen aufgrund der Schmerzen nicht oder kaum noch möglich sind. Darauf basierend werden den Patienten alternative Bewegung in einem personalisierten Trainingsprogramm beigebracht, um genau diese Funktionen wieder zu ermöglichen. Laut der Studie scheint PMT längerfristig wirksam und dem KFT überlegen zu sein. Auch die durchschnittlichen Schmerzen sowie der Schmerzmittelgebrauch gingen mit PMT deutlich stärker zurück.