In dieser qualitativen Studie wurden sechs Fokusgruppeninterviews mit 36 älteren Frauen mit Harninkontinenz (Belastungsinkontinenz) und 18 Therapeuten durchgeführt. Die Diskussionen wurden transkribiert und analysiert. Folgende Kernthemen ergaben sich: Frauen mit Harninkontinenz erlebten Schmerz als starke Übungsbarriere, nicht so die Therapeuten. Sowohl Patientinnen als auch Therapeuten identifizierten Schamgefühle als Barriere und Zufriedenheit mit der Therapie als bestärkend für die Übungstherapie. Während die betroffenen Frauen eine therapeutische Supervision eher als Barriere empfanden, hielten Therapeuten die Supervision für wichtig. Die soziale Komponente wurde von allen als positiv empfunden. Gruppentherapie, die einen Austausch mit anderen Betroffenen ermöglicht, könnte somit die Übungsbereitschaft erhöhen. Dies sollte bei der Entwicklung künftiger Therapieprogramme berücksichtigt werden.