Frau Meier ist unsportlich – sie fühlt sich unförmig und träge. Sowohl der Arzt als auch der Physiotherapeut raten ihr jedoch wegen ihrer Gonarthrose zur Gewichtsreduktion und mehr körperlicher Aktivität. In der Therapie und zu Hause übt sie fleißig. Als sie die vielfältigen positiven Effekte spürt, kauft sie sich neue Sportkleidung, sucht sich eine Übungsgruppe und intensiviert das Training.

Gesprächspartner

Hendrik Mothes

Dr. phil.; Diplom-Psychologe; 2011 Abschluss des Psychologiestudiums an der TU Dresden und Harvard University; 2017 Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Forschung zu den Themen sportliche Aktivität und Gesundheit / Wohlbefinden, Placebo-Effekte im Sport sowie Sport und Achtsamkeit.

Kontakt: hendrik.mothes@sport.uni-freiburg.de

Hendrik Mothes

Den „Schweinehund“ austricksen

Eine gute Motivation und der Glaube an die Wirkung sind wichtig, um anstrengende sportliche Tätigkeiten zu beginnen und auch regelmäßig durchzuführen. Sportpsychologen der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gingen in ihrer Studie der Frage nach, welchen Einfluss die Erwartungshaltung auf die Motivation hat (1). Untersucht wurden 57 Frauen und 21 Männer im Alter von 18 bis 32 Jahren, randomisiert in vier Gruppen. Alle Gruppen sahen sich dreiminütige Filme an. Nur die Probanden der beiden Interventionsgruppen sahen im Rahmen eines Laborexperiments Filme, die positive Erwartungen wecken sollten. Ihnen wurde gesagt, dass Dauer und Intensität der durchgeführten Sportaktivität genau passend seien, um positive gesundheitliche Effekte hervorzurufen. Die beiden Kontrollgruppen wurden im Film nicht motivierend angesprochen. Alle vier Gruppen trugen ein Kompressionsshirt, jedoch erhielt nur eine der Interventionsgruppen Informationen über dessen „tolle Effekte“.