Obwohl ein weites funktionelles Spektrum existiert, ist die große Mehrheit der hochbetagten Pflegeheimbewohner gebrechlich und damit von einem weiteren Verlust ihrer Selbständigkeit bedroht. Inwiefern strukturierte Bewegungsinterventionen als wirksames Therapeutikum eingesetzt werden können, erklären Wissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität mit Schwerpunkt Training im Alter.

 Ein Beitrag von Daniel Schöne, Joerg Bloeckl und Wolfgang Kemmler

Mehr als 70 Prozent der Pflegeheimbewohner (PHB) sind über 80 Jahre alt. Ein selbständiges Leben ist aufgrund von Multi- und Komorbiditäten, aber auch Polypharmazie, Gebrechlichkeit (Frailty), geringer Muskelmasse (Sarkopenie) und -kraft sowie kognitiven Störungen und daraus resultierenden Problemen bei Aktivitäten des täglichen Lebens (ADL) nicht mehr möglich. Zielgerichtete Bewegungsinterventionen müssen jedoch, wie jede andere „Medizin“, die richtigen Inhaltstoffe und Dosis haben (1). Insbesondere die Wirkung strukturierter Bewegungsinterventionen auf die körperliche Funktionalität ist für ein möglichst autonomes Leben von elementarer Bedeutung.