Frau Meier ist eine typische Patientin in der ambulanten Therapie: Sie hat unspezifische Nackenschmerzen. Der Orthopäde verordnete sechsmal Krankengymnastik. In der Untersuchung setzt ihr Physiotherapeut unter anderem Bewegungskontrolltests für die Halswirbelsäule ein und kann so das Problem identifizieren.

Bewegungskontrolltests

Nackenschmerzen sind ein häufiges Gesundheitsproblem unserer Zeit. Die weltweite Lebenszeitprävalenz liegt zwischen 22 und 70 Prozent und steigt bei sitzender Lebensweise oder Bildschirmarbeit weiter an (1). Die Identifizierung von Nackenbeschwerden, die durch eine segmentale Instabilität begünstigt werden, ist im Praxisalltag schon allein aufgrund der Prävalenz wichtig. Die neuen Bewegungskontrolltests können angesichts der sehr guten Reliabilität bereits jetzt im physiotherapeutischen Alltag genutzt werden (Abb. 1–7). Ein weiterer Vorteil ist, dass daraus wahrscheinlich abgeleitet werden kann, welche Bewegungsrichtung in der Behandlung mittels segmentaler Stabilisationstrainings spezifisch trainiert werden muss. Weitere Studien sowie die Entwicklung einer Testbatterie wären wünschenswert, ganz nach dem Vorbild der Testbatterie für lumbale Bewegungskontrolle, die von Luomajoki entwickelt wurde (2).