Was Sportler schon lange praktizieren, wird auch in der Therapie immer populärer: die Bewegungsvorstellung. Sie bereitet die geplante Bewegung auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene vor. Im Gehirn kann eine Aktivität registriert werden, so als ob die Bewegung tatsächlich durchgeführt würde. Insofern ist dieser Therapieansatz zur Vorbereitung, aber auch zum Lernen von Bewegung sinnvoll.

Stellen Sie sich vor …

Dies ist eine häufig genutzte Phrase im Praxisalltag, um Patienten dazu zu bringen, eine bestimmte Bewegung auszuführen. Dabei setzen wir bei unseren Patienten die Fähigkeit voraus, sich Bewegungen vor dem „geistigen Auge“ vorzustellen und zur Ausführung bringen zu können. Doch wie steht es um die Vorstellungskraft von neurologischen Patienten?

Damit wir uns eine Bewegung vorstellen können, benötigt es den Zugriff auf Wahrnehmungsinformationen aus dem Gedächtnis. Hierbei handelt es sich nicht um Informationen, die in diesem Moment durch unsere Sinne aufgenommen werden (1). Diese Fähigkeit verlangt nicht nur ein passives Abrufen von Informationen, sondern ist ein komplexes Zusammenspiel kognitiver Funktionen. Bei Erkrankungen wie Schlaganfall, Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose können allerdings kognitive Funktionen durch geschädigte Hirnstrukturen eingeschränkt sein. Daher stellt sich die Frage: Sind diese Patienten überhaupt in der Lage, sich Bewegungen vorzustellen?