Die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland erfüllt nicht die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation für eine ausreichende körperliche Aktivität und verbringt einen großen Teil des Tages im Sitzen – so das Ergebnis der Auswertung eines Expertenteams von Active Healthy Kids Germany. Im Bewegungszeugnis gibt es insgesamt zehn Indikatoren, die von den Forschern mit Schulnoten bewertet wurden – basierend auf vorhandenen Benchmarks. Weitere Maßnahmen zur Förderung körperlicher Aktivität und zur Schaffung von bewegungsfreundlichen Umwelten, die eine gesunde und bewegungsaktive Lebensweise in Deutschland ermöglichen, sind notwendig.

Risikofaktor Inaktivität

Kinder und Jugendliche sollten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) pro Tag ein Mindestmaß von 60 Minuten körperlicher Aktivität erreichen, um von den positiven körperlichen und psychischen Effekten von Bewegung zu profitieren (1). Denn körperlich aktive Kinder und Jugendliche haben im Vergleich zu weniger aktiven Altersgenossen ein geringeres Risiko für Übergewicht, Diabetes Typ II und das metabolische Syndrom (2). Darüber hinaus wird aus aktuellen Forschungsarbeiten deutlich, dass Kinder und Jugendliche, die ihre Freizeit viel im Sitzen verbringen (zum Beispiel beim Fernsehen, vor dem PC oder mit Videospielen), eine schlechtere Körperzusammensetzung, ein höheres kardiometabolisches Risiko, geringere Fitnesswerte und ein schlechteres Selbstbewusstsein haben (3). Interventionsprogramme zur Förderung der körperlichen Aktivität und zur Reduzierung von Sitzzeiten sind bislang nur mäßig erfolgreich. Dies ist besonders beunruhigend, da das Bewegungs- und Sitzverhalten sich bereits im Kindes- und Jugendalter etabliert und im Erwachsenenalter häufig fortgeführt wird.