Mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) gehen auch endotheliale Dysfunktionen und Arteriensteifigkeit einher, die zu kardiovaskulären Einschränkungen führen können. Bekanntermaßen bewirkt ein Ausdauertraining eine bessere kardiovaskuläre Funktion. Es ist jedoch unklar, ob dies auch mit strukturellen Veränderungen einhergeht. Deshalb untersuchten kanadische Wissenschaftler die Wirkung eines achtwöchigen Ausdauertrainings auf die Gefäßstruktur und -funktion von 24 COPD-Patienten (69 ± 7 Jahre) und 20 Gesunden. Sie bestimmten unter anderem die Endothelfunktion der Arteria brachialis (flow-mediated dilation – FMD) sowie zentrale und periphere Pulswellengeschwindigkeiten (PWV), die Intima-media-Dicke der Arteria carotis und den Augeninnendruck. Die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2peak) wurde mit dem Stufentest auf dem Fahrradergometer ermittelt. Die Ergebnisse zeigen, dass die kardiovaskuläre Funktion beider Gruppen nicht mit einer strukturellen Veränderung des Endothels oder einer Erweiterung der Gefäße einhergeht. Vielmehr vergrößerte sich VO2peak bei beiden Gruppen, bei Gesunden deutlicher. Die COPD-Patienten profitierten auch vom Training – mit geringerem Blutdruck und weniger Dyspnoe. Somit wirkte sich das Ausdauertraining positiv auf die kardiorespiratorische Fitness aus, führte jedoch nicht zur Reduzierung struktureller kardiovaskulärer Risiken.