Personen mit Multipler Sklerose leiden an sehr unterschiedlichen Symptomen, kein Fall gleicht dem anderen. Die Ätiologie ist unklar, weshalb auch die Therapie – ob mit Medikamenten oder konservativ – oftmals nur symptomatisch wirkt. Bio- und Neurofeedback gehören zu den Maßnahmen, die im Rahmen der Rehabilitation einen zusätzlichen Nutzen für die betroffenen Patienten haben könnten.

Einleitung

Multiple Sklerose (MS) wird definiert als „chronisch verlaufende, entzündliche, demyelinisierende Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS) mit zusätzlich unterschiedlich ausgeprägtem Verlust an Axonen und reaktiver Gliose“ (1). Auch wenn ätiologische und pathogenetische Prozesse bis heute ungeklärt sind, so handelt es sich vermutlich um eine Erkrankung autoimmunen Ursprungs, in deren Verlauf Immunzellen körpereigenes Gewebe angreifen (1, 2). Aufgrund unterschiedlicher Entzündungsherde unterscheiden sich Personen mit MS dennoch in den einzelnen Symptomausprägungen. Zu den häufigsten Symptomen zählen sensorische Störungen (etwa 40 Prozent der Betroffenen), motorische Störungen (39 Prozent), Schmerzsyndrom (mindestens 15 Prozent) und kognitive Beeinträchtigungen (zehn Prozent) (3). MS stellt ein vielschichtiges und interindividuell stark variierendes neurodegeneratives Krankheitsbild dar. Auf symptomatischer Ebene können Einschränkungen sowohl in neuropsychologischen (Kognition, Fatigue, Depression) und vegetativen Funktionen (Blasen- und Darmentleerungsstörungen, Störungen der Sexualität) auftreten, außerdem mit den Hirnnerven assoziierte Defizite (Augenbewegungsstörungen, Dysarthrie, Dysphagie) und Schmerzphänomene (1, 4). Nachhaltige motorische Beeinträchtigungen werden durch Spastik, Muskelschwäche, Gang- und Gleichgewichtsstörungen verursacht (1, 4). Der Verlauf des Krankheitsbildes ist nicht vorhersagbar.