Einmal einen Superhelden treffen, das ist der Traum von vielen. Nicht nur für PT-Autorin Nina Rohrbach wurde dieser Traum bei einem ausgiebigen Treffen in Zürich Realität. Mit der Entstehung von Bionicman ermöglicht Michel Fornasier vor allem Kindern mit körperlicher Beeinträchtigung diesen Zugang und zaubert damit regelmäßig ein Lächeln auf viele Kinderlippen. Doch ist Bionicman mehr als ein nahbarer Superheld. Durch ihn werden Handicaps zur Superpower. Er hat eine Mission: Enthindern, Brücken bauen und Sensibilisieren. 

Schicksalsschlag Dysmelie? 

Michel Fornasier wurde mit einer Dysmelie geboren; in seinem Fall ohne rechte Hand. Seit er vor einigen Jahren eine hochmoderne bionische Handprothese erhielt, hat sich im wahrsten Sinne des Wortes viel bewegt. Nach eigener Aussage hatte Michel eine behütete Kindheit und stets viel Unterstützung durch seine Familie. Dennoch geprägt durch Mobbingsituationen in der Schule und damit verbundenen Unsicherheiten, entwickelte er mit der Zeit seine Strategien, um sein Handicap gekonnt zu verstecken. Er bastelte sich beispielsweise mit 14 Jahren eigenständig einen Gips, um seinen Stumpf bei einem Date zu verbergen und schob es auf einen Skateboardunfall. Kaum vorstellbar, dass er sich erst Mitte 30 in seinem Arbeitsumfeld outet, indem er Kinderbilder von sich auf Facebook postet, die ihn ohne rechte Hand zeigen. Auf großes Erstaunen einiger nichtsahnender Freunde, Bekannter und Arbeitskollegen folgten damals weitestgehend positive Reaktionen. Diese emotionale Unterstützung sowie neueste Technologie – nämlich eine bionische Handprothese – haben sein Leben grundlegend verändert (Abb. 1).