[jr] Einem Forscherteam der Saar-Uni ist es gelungen, Erythrozyten dreidimensional darzustellen und die Verteilung der Formen in einer Blutprobe zu messen. Damit können Therapieerfolge überwacht oder der Schweregrad einer Krankheit bestimmt werden. Möchte ein Arzt beispielsweise untersuchen, ob ein Patient an einer hämatologischen Krankheit wie beispielsweise Sichelzellenanämie leidet, macht er einen Blutausstrich und betrachtet die Blutzellen unter dem Mikroskop. Hier kann er erkennen, ob und wie viele rote Blutzellen atypisch deformiert sind; so kann er Rückschlüsse auf bestimmte Krankheiten ziehen. Problem dabei: Die einseitige Draufsicht kann täuschen. Die Forscher haben die Zellen mit einem Konfokalmikroskop Schicht für Schicht aufgenommen und konnten so ein dreidimensionales Bild erstellen. Mithilfe leistungsfähiger künstlicher Intelligenz, die wie ein neuronales Netzwerk arbeitet, können auf diese Weise tausende Zellen einer Blutprobe in wenigen Sekunden dargestellt werden und insbesondere die Verteilung der einzelnen Formen im Blut gemessen werden. Weicht die Zusammensetzung innerhalb von Blutproben von der Normalverteilung ab, so können Mediziner weiter untersuchen, um welche Krankheit es sich genau handelt. 

Quelle: Simionato G, et al. 2021. Red blood cell phenotyping from 3D confocal images using artificial neural networks. Plos Computational Biology, May 13 [Online]