Ein Forscherteam der Universitätskliniken Tübingen und Erlangen-Nürnberg haben möglicherweise einen vielversprechenden Ansatz zur Therapie von COVID-19 entdeckt. Das Alkaloid Chinin, welches aus dem tropischen Cinchona-Baum gewonnen wird, hat sich in Experimenten mit menschlichen Zellkultursystemen als antiviral wirksame Substanz gezeigt. Deshalb schlagen die Forscher Chinin als eine breit anwendbare und günstige Therapieoption vor, um bei Menschen mit einer milden COVID-19-Symptomatik schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Chinin gehört zu den bekanntesten und ältesten Malariawirkstoffen und wurde schon seit jeher zur Behandlung von fiebrigen Erkältungskrankheiten eingesetzt. Es besitzt Eigenschaften der artverwandten Substanzen Hydroxychloroquin und Chloroquin, die es für die Behandlung der Malaria weniger effektiv machen. Die Ergebnisse der Forscher zeigen, dass Chinin SARS-CoV-2 in verschiedensten menschlichen Zellkultursystemen hemmt. Je nach Art der Zellen werden laut den Wissenschaftlern unterschiedliche Konzentrationen benötigt.  

Quelle: Große M, et al. 2021. Quinine inhibits infection of human cell lines with SARS-CoV-2. Viruses. 13 (4), 647