Therapie
pt Februar 2021

Chronische Achillestendinopathie

Entwicklung und Effekte eines evidenzbasierten Heimübungsprogramms als alternative Behandlungsoption

Eine Achillestendinopathie beeinträchtigt sportlich aktive Menschen massiv und schränkt sie bei der Ausübung ihres Sports ein. Vor allem Ausdauerläuferinnen und -läufer sind betroffen und können ihrem Sport nicht mehr in gewohnter Weise nachgehen. Ein gezieltes Heimübungsprogramm kann hier Abhilfe schaffen.

Beitrag von Kirsten Legerlotz und Goran Radovanović
Lesezeit: ca. 11 Minuten
Kirsten Legerlotz und Goran Radovanović

Als Achillestendinopathie wird ein chronisch schmerzhafter Zustand der Achillessehne bezeichnet, der von einer Funktionseinschränkung begleitet wird und insbesondere bei sportlich aktiven Menschen mittleren Alters häufig auftritt (1). Eine erhöhte Inzidenz findet sich dabei besonders unter passionierten Ausdauerläuferinnen und -läufern (2), die ihrem Sport durch die beim Laufen sowie in Ruhe auftretenden Schmerzen nicht mehr in gewohnter Weise nachgehen können. Neben den häufig über Monate anhaltenden chronifizierenden Schmerzen führt die damit verbundene Lebensumstellung, wie zum Beispiel die Reduzierung sportlicher Aktivitäten, zu einem nicht unerheblichen Leidensdruck (3). In der Vergangenheit wurde der chronisch schmerzhafte Zustand der Achillessehne auch als Tendinose oder Tendinitis bezeichnet. Eine Achillestendinopathie ist jedoch keine ausschließlich entzündliche oder degenerative Erkrankung, weswegen heute der allgemeinere Begriff der Tendinopathie bevorzugt wird (1).

Die Diagnose der Achillestendinopathie orientiert sich vor allem an der klinischen Symptomatik, die zum Beispiel mit dem sogenannten VISA-A-Fragebogen erfasst werden kann. Der vom Victorian Institute of Sport Australia (VISA) entwickelte reliable und valide Fragebogen (4), der auch ins Deutsche übersetzt wurde (5), charakterisiert die Gesundheit und Funktionsfähigkeit der Achillessehne anhand von zehn Fragen, deren Beantwortung auf 10-Punkte-Skalen den VISA-A-Score ergibt. Ein VISA-A-Score von weniger als 80 Punkten deutet dabei auf eine Achillestendinopathie hin. Objektive bildgebende Verfahren wie Ultraschall können die subjektive Einschätzung der Patienten bestätigen. Es besteht allerdings kein direkter Zusammenhang zwischen der Schmerzsymptomatik und den im Ultraschall identifizierten strukturellen Änderungen, sodass viele Patientinnen und Patienten trotz signifikanter Schmerzen unauffällige Ultraschallbilder zeigen. Im Ultraschallbild sichtbare typische Hinweise auf eine Achillestendinopathie können durch Flüssigkeitsansammlungen verursachte echoarme Zonen sowie ein durch Neovaskularisierung verursachtes erhöhtes Doppler-Signal sein.

Lesen Sie den vollen Artikel in

pt Februar 2021

Erschienen am 10. Februar 2021