In der Praxis haben Therapeuten oft mit Patienten zu tun, die „alte“ Narben aufweisen. Wenn die Heilung physiologisch abläuft, sind diese Narben zwar sichtbar, verursachen aber keine neuen Symptome. Anders verhält es sich mit unphysiologischen Narbenformen: Sie können auch Jahre später noch für Beschwerden und Schmerzen verantwortlich sein.

Infolge einer Verletzung oder Operation bleibt immer eine Narbe zurück. Die meisten Narben verheilen physiologisch (1). Es bestehen jedoch diverse Mechanismen, die einen unphysiologischen Verlauf begünstigen. Durch eine pathologische Narbe können sich verschiedene Problematiken entwickeln, wie Jucken, Stechen, Schmerz und physiologische Einschränkungen. Diese können sogar die Aktivitäten des täglichen Lebens beeinträchtigen (2). Symptome können durchaus von einer Narbe provoziert werden, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist und erst durch eine genaue Untersuchung deutlich wird (1). Auch unauffällige Narben sollten gegebenenfalls untersucht werden, da sie auch ohne sichtbare Auffälligkeiten durch tiefliegende Adhäsionen Einschränkungen auslösen können (3). Im Folgenden werden die verschiedenen Narbentypen und deren Entstehung dargestellt (4).