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Es sieht so aus. Kanadische Wissenschaftler randomisierten 128 Patienten, die seit vier bis zwölf Monaten eine Ischialgie bei Bandscheibenvorfall L4/5 oder L5/S1 hatten: Die OP-Gruppe (n = 64) erhielt eine Mikrodiskektomie, die konservative Gruppe für sechs Monate eine standardisierte konservative Therapie. Primäre klinische Zielgröße nach sechs Monaten war die Schmerzintensität. Sekundär erfassten die Forscher den Oswestry Disability Index (ODI), Rücken- und Beinschmerzen und die Lebensqualität nach sechs Wochen, drei, sechs und zwölf Monaten. 

Aus der konservativen Gruppe erhielten 34 Prozent nach zirka elf Monaten doch eine OP. Neun Patienten der OP-Gruppe hatten unerwünschte Ereignisse, einer musste erneut operiert werden. Zu Studienbeginn hatte die OP-Gruppe eine mittlere Beinschmerzintensität von 7,7 auf der visuellen Schmerzskala (VAS), die konservative Gruppe von 8. Nach sechs Monaten hatte die OP-Gruppe deutlich weniger Schmerzen (VAS 2,8 versus 5,2 bei den Nicht-Operierten). Bezüglich Schmerzlinderung profitierten Patienten mit chronischer Ischialgie also mehr von einer Mikrodiskektomie als von konservativer Therapie.

Quelle: Bailey CS, et al. 2020. Surgery versus conservative care for persistent sciatica lasting 4 to 12 months. N. Engl. J. Med. 382, 12: 1093-102

Link zum Abstract: pt.rpv.media/ncbi32187469