Zwischen 50 und 85 Prozent der Bevölkerung leiden im Lauf des Lebens an Nackenbeschwerden. Und wer schon einmal solche Probleme hatte, könnte ein bis fünf Jahre später einen Rückfall erleiden. Aus der Forschung ist bekannt, dass es einen Zusammenhang zwischen zervikalen Einschränkungen und Nackenschmerzen gibt. Die aktive Beweglichkeit ist wichtig für die Aktivitäten des täglichen Lebens und ist bei Patienten mit Nackenbeschwerden oft eingeschränkt. Außerdem spielen auch psychologische Faktoren wie Bewegungsangst oder Depressionen eine Rolle und können die Funktionsfähigkeit negativ beeinflussen. Die Ablenkung der Aufmerksamkeit von den Schmerzen (Distraktion) ist dabei eine häufig eingesetzte Strategie für diese Patienten. Dies kann insbesondere durch den Einsatz von Virtueller Realität (VR) erreicht werden. Die VR basiert auf drei Kernelementen: 1. Simulation, 2. Interaktion und 3. Immersion. Die Patienten können so durch visuelle, auditorische, taktile oder kinästhetische Stimuli intuitiv agieren. VR gilt daher als hilfreich zur Schmerz-Distraktion. Forscher aus Spanien untersuchten an insgesamt 44 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 30 Jahren (21 Männer, 23 Frauen) die Effektivität von VR im Vergleich zu Übungen insbesondere im Hinblick auf Schmerzen und Schmerzverarbeitung.