Die Prävalenz von Nackenschmerzen beträgt derzeit bis zu 50 Prozent. Dass Übungen effektiv sind, ist bekannt, unklar ist jedoch, welche Trainingsformen und welche Dosierung zu empfehlen sind. Da klinische Leitlinien zu dieser Fragestellung nur undifferenzierte Empfehlungen beinhalten, führten Forscher aus England eine systematische Literaturrecherche durch. Sie recherchierten bis Januar 2020 in den Datenbanken Cinahl, Medline, Embase sowie Pedro und sichteten darüber hinaus Quellen grauer Literatur und wichtige Zeitschriften. Die Forscher schlossen randomisierte kontrollierte Studien ein, die Übungen zur Therapie bei chronischen unspezifischen Nackenschmerzen untersucht hatten. Sie definierten folgende Einschlusskriterien: Die Teilnehmer in den Studien mussten zwischen 18 und 70 Jahren alt sein und seit mindestens drei Monaten an Nackenschmerzen leiden. Studien, in denen Teilnehmer mit spezifischen Pathologien untersucht wurden – zum Beispiel Schleudertrauma, Kopfschmerzen oder zervikale Radikulopathie – schlossen die Forscher aus. Zu den untersuchten Interventionen gehörten Übungen für die Halswirbelsäule und/oder den Schulterbereich zur Verbesserung der neuromuskulären Funktion sowie ein Training der motorischen Kontrolle. Ebenfalls geeignet für den Einschluss in das Review waren Kombinationsinterventionen (z. B. Übungen plus manuelle Therapie). Nicht analysiert wurden Übungen, welche die Unterstützung durch einen Therapeuten erforderten, sensomotorisches Training (Wahrnehmung der zervikalen Position, okulomotorisches Training, Blickstabilisierung etc.), Dehnungen und Ausdauertraining.