Da viele Patienten mit Whiplash-Associated Disorders (WAD) nicht symptomfrei werden, führten schwedische Forscher eine multizentrische Studie durch. Sie teilten 171 Patienten mit chronischen WAD, ausstrahlenden Armschmerzen und weiteren neurologischen Defiziten (eingeschränkte Sensibilität, Kraft oder veränderte Reflexe) für zwölf Wochen einer von drei Gruppen zu: 1) spezifische Übungen für die Halswirbelsäule, 2) die Übungen von Gruppe eins plus zusätzlich Verhaltenstherapie oder 3) allgemeine körperliche Aktivität. Die klinischen Zielgrößen waren Schmerzfrequenz, Armschmerzen und Parästhesien sowie die Ergebnisse in neurologischen und neurodynamischen Tests nach drei Monaten. Die Gruppe mit den spezifischen Übungen für den Nacken schnitt am besten ab: Die Teilnehmer hatten seltener Schmerzen und eine geringere Schmerzintensität bezogen auf den Arm. Der Anteil der Probanden, die mindestens 50 Prozent Schmerzlinderung angaben, war in dieser Gruppe am höchsten; auch die Armkraft war hier am größten. In der Gruppe mit zusätzlicher Verhaltenstherapie hatten sich die Reflexe verbessert, die Gruppe mit allgemeiner körperlicher Aktivität verbesserte sich nicht. Die Autoren schlussfolgern, dass für Patienten mit chronischen WAD die Verhaltenstherapie keinen zusätzlichen klinischen Nutzen hat.