Auch für interessant befunden: Chirurgie / Orthopädie

Norwegische Wissenschaftler werteten die Daten von 62 Frauen mit chronischen Beckenschmerzen aus, die nach ärztlicher Diagnose zum Physiotherapeuten überwiesen worden waren. Die Patientinnen waren zwischen 20 und 65 Jahre alt, 71 Prozent hatten sich bereits einer OP im Becken- oder Bauchbereich unterzogen. Fast die Hälfte (42 Prozent) litten seit mehr als zehn Jahren unter Schmerzen von mittlerer Intensität (Schmerzskala durchschnittlich 4,7 / 10). Deswegen nahmen auch 48 Prozent der Frauen wöchentlich Analgetika ein. Zudem hatten 78 Prozent eine reduzierte Libido und 73 Prozent sexuelle Funktionsstörungen. Mehr als die Hälfte der Frauen berichtete über Harninkontinenz und über 90 Prozent hatten muskuloskelettale oder pseudoneurologische Beschwerden. 40 Prozent waren wegen Ängstlichkeit oder Depressionen in Behandlung. Bei der Hälfte der Befragten gab es einen Missbrauch, assoziiert mit signifikant häufigeren Angaben einer erschwerten Defäkation. Auch waren die Missbrauchsopfer ängstlicher, fehlten häufiger krankheitsbedingt bei der Arbeit und nahmen öfter Schmerzmittel ein. Frauen mit OP in der Vorgeschichte waren ebenfalls öfter krankgeschrieben und hatten einen erhöhten Schmerzmittelgebrauch. Die Autoren weisen darauf hin, dass bei chronischen Beckenschmerzen sowohl viele körperliche als auch psychische Faktoren zu berücksichtigen sind.