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Im Rahmen der Graded Exercise Therapy (GET) steigern die Patienten ihre Aktivität stufenweise – üblicherweise wird diese Art der Behandlung intensiv durch einen Therapeuten angeleitet. Forscher aus Großbritannien untersuchten nun in einer randomisierten kontrollierten Studie mit 211 Patienten, ob ein Eigenübungsprogramm nach dem Vorbild der GET ebenfalls effektiv und sicher ist. Alle Teilnehmer erhielten die übliche medizinische Versorgung durch einen spezialisierten Mediziner, die Patienten der Interventionsgruppe (n = 107) absolvierten zusätzlich das Eigenübungsprogramm. Sie bekamen eine Informationsbroschüre mit einem GET-Programm in sechs Schritten, das über einen Zeitraum von circa zwölf Wochen durchgeführt werden sollte. Zudem konnten sie innerhalb von acht Wochen bis zu vier Therapieeinheiten bei einem speziell geschulten Physiotherapeuten in Anspruch nehmen, insgesamt maximal 90 Minuten. Beim ersten Termin erklärte der Therapeut den Patienten zunächst alle Instruktionen und stand für Fragen zur Verfügung; in den folgenden Sitzungen wurde über den Fortschritt und mögliche Probleme gesprochen. Ziel war die Steigerung von Motivation und Selbstwirksamkeit. Zu den sechs Schritten des GET-Eigenübungsprogrammes gehörten 1) die Etablierung einer täglichen Übungsroutine, 2) der Beginn regelmäßiger Dehnungsübungen, 3) die Entscheidung für ein Aktivitätsziel, 4) die Auswahl einer körperlichen Aktivität, mit welcher der Patient beginnen wollte, 5) die Steigerung der Aktivitätsdauer und 6) die Erhöhung der Intensität. Sehr häufig wurde Walking als Aktivität ausgewählt.