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Die sogenannte Pain Exposure Physical Therapy (PEPT) ist ein neuer Ansatz, bei dem der Therapeut im Gegensatz zur herkömmlichen Vorgehensweise mit der Behandlung an die Schmerzgrenze oder auch darüber hinaus geht. Im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie konnten Forscher aus den Niederlanden bereits zeigen, dass es zwischen PEPT und der herkömmlichen Vorgehensweise keine Unterschiede gab. Dafür hatten sie 56 Patienten, davon 45 Frauen, aus verschiedenen Einrichtungen per Zufall in eine der beiden Therapiegruppen eingeteilt. Bei 37 der Patienten war die obere Extremität betroffen. Im Verlauf der Studie entschieden vier Patienten der PEPT-Gruppe und elf Patienten der Kontrollgruppe, zu wechseln. Die PEPT-Maßnahme fand bis zu fünfmal statt, dauerte jeweils 40 Minuten und wurde von zwei speziell ausgebildeten Physiotherapeuten gemeinsam durchgeführt. Die Medikation im Zusammenhang mit CRPS sowie die Anwendung von Gehhilfen, Schienen oder Bandagen wurden ausgesetzt. Wichtig zu Beginn der PEPT war es, die Ziele für den Patienten zu formulieren. Zudem erhielten die Patienten Informationen zum Krankheitsbild, zu Schmerzphysiologie und -pathophysiologie und schmerzbedingtem Vermeidungsverhalten. Sie wurden über Hintergründe und Inhalt der PEPT aufgeklärt. Während der PEPT wurden die Patienten bewusst schmerzhaften Reizen ausgesetzt (zum Beispiel bestimmten Aktivitäten) sowie darüber aufgeklärt, dass ihr Schmerz aufgrund der Dauer der Beschwerden mittlerweile ein falsches Warnsignal geworden und daher zu ignorieren sei. Die herkömmliche Therapie richtete sich nach den Vorgaben der holländischen multidisziplinären Leitlinie zur Therapie des CRPS und bestand aus Schmerzmittelgabe in Kombination mit Physio- und Ergotherapie zur Kontrolle von Schmerzen und anderen Symptomen. Die Leistungsfähigkeit wurde unter Berücksichtigung der Schmerzgrenze Schritt für Schritt gesteigert.