In der progressiven Behindertenselbsthilfe ist das am 1. Januar 2017 in Kraft getretene Bundesteilhabegesetz unüberhörbarer Kritik ausgesetzt. Im Sinne des Peer Support / Counseling hat der Gesetzgeber etwas geschaffen, was für die Physiotherapie nicht folgenlos sein kann.

Beratung

Insgesamt ist das Bundesteilhabegesetz (BTHG) ein Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen. § 32 BTHG beinhaltet die Vorschriften für die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung – und hier schreibt Absatz 3 vor, dass „bei der Förderung von Beratungsangeboten […] die von Leistungsträgern und Leistungserbringern unabhängige ergänzende Beratung von Betroffenen für Betroffene besonders zu berücksichtigen“ ist.

Mit Bezug auf Artikel 26 Absatz 1 CRPD will der Deutsche Bundestag, dass ein besonderes Augenmerk auf das Peer Counseling (1) gelegt wird. Dort steht: „States Parties shall take effective and appropriate measures, including through peer support, to enable persons with disabilities to attain and maintain maximum independence, full physical, mental, social and vocational ability, and full inclusion and participation in all aspects of life.“ Wie zu erkennen ist, werden Peer Support und Peer Counseling in der UN-Behindertenrechtskonvention synonym verwendet.