Therapie
pt Oktober 2021

Das Central-cord-Syndrom

Gleichgewichtsprobleme, massiver Schwindel und torkelnder Gang – das waren einige der Symptome einer Patientin, die erst nach einem längeren Untersuchungsprozess die richtige Diagnose erhielt. In der Therapie können diese Probleme eventuell schon frühzeitig zur Sprache kommen. Dann sollte schnell gehandelt werden.

Ein Beitrag von Stefan Schädler
Lesezeit: ca. 6 Minuten
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Das CCS ist die häufigste inkomplette Rückenmarksverletzung (1, 2). Das CCS wurde erstmals von Schneider et al. im Jahr 1954 beschrieben als motorisches Defizit, bei welchem die oberen Extremitäten mehr betroffen sind als die unteren Extremitäten (3). Sie gehen von einer Kompression des zentralen Rückenmarks der Halswirbelsäule (HWS) durch ein Hyperextensionstrauma aus.

Die Betroffenen leiden unter einer Schwäche der oberen und unteren Extremitäten, wobei die Arme – insbesondere die Hände – stärker betroffen sind. Es entstehen auch Sensibilitätsstörungen unterhalb der Läsion. Auch Blasenfunktionsstörungen (Retensionsblase) treten auf (4). Zudem kann ein ataktischer Gang bestehen, ein erhöhtes Sturzrisiko ist die Folge (5).

Entstehungsmechanismen

Bei einer forcierten Extension oder Hyperextension der HWS kann es zu einer Quetschung des Rückenmarks mit Schwellung und Blutungen kommen, insbesondere im zentralen Teil des Rückenmarks. Durch die Schwellung entsteht eine Kompression im Spinalkanal. Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass diese im Bereich des lateralen kortikospinalen Trakts lokalisiert ist und vor allem die oberen Extremitäten und insbesondere die Hände betroffen sind (6-8). Dadurch sind vor allem die Nervenbahnen der Arme betroffen, aber auch der unteren Extremitäten. Gefährdet sind vor allem Personen mit vorbestehenden degenerativen Veränderungen und Spinalkanalstenose der HWS nach einer Hyperextension der HWS (2, 4, 5). Weitere Gründe sind instabile Frakturen, dislozierten Frakturen oder akute Diskushernie (4, 9, 10).

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Erschienen am 12. Oktober 2021