Im Juli 2014 übernahm ich als Athletiktrainer ein Hockeyteam der 1. Bundesliga. Mit meiner Vorstellung eines optimalen Warm-ups und der Erwartung, dass Leistungssportlern ein ähnlicher Ablauf bekannt ist, ging ich in die erste Trainingseinheit. Um mir einen Einblick in die bisherige Arbeit zu verschaffen, bat ich das Team ohne weitere Anweisungen, sich aufzuwärmen. Ich hatte gerade meinen Schreibblock herausgeholt, um noch ein paar Notizen zu machen, als die Sportler nach etwa vier Minuten lockeren Laufens im Kreis schon wieder auf mich zukamen und sagten: „Fertig!“

Diese Erfahrung veranlasste mich dazu, mich sehr genau mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Thema Warm-up zu beschäftigen –nicht zuletzt, um den Sportlern dessen Bedeutung besser erklären zu können. Denn die Compliance spielt eine entscheidende Rolle für die positiven Effekte des Warm-ups.

Welche Programme sind wissenschaftlich gut untersucht?

Viele Sportler sehen den Nutzen des Warm-ups nur in den physiologischen Effekten zur kurzfristigen Leistungssteigerung (Tab. 1) sowie in der mentalen Einstimmung auf die bevorstehende Aufgabe.